Falsche Bilder zum Holocaust

„Historische“ KI-Fotos kursieren im Netz, auch falsche Bilder zum Holocaust. Das wird ebenfalls zum Problem für Archive. Der Chef des Archivars-Verbands sagt: Wer versteht, was Authentizität ausmacht, ist weniger anfällig für Fälschungen (via Archivalia und welt.de):

“WELT: Können Sie das konkretisieren? Gegenwärtig ist zum Beispiel nur ein einziges Foto bekannt, das die Deportation Leipziger Juden am 10. Mai 1942 zeigt. Wie würden Sie vorgehen, wenn Ihnen weitere Aufnahmen solcher Deportationen angeboten werden? Erst kürzlich sind ja unbekannte Fotos aus Breslau aufgetaucht.

Ruprecht: Ihre Information stimmt, die Überlieferung ist extrem dünn. Das Foto aus dem LastSeen-Projekt ist bislang das einzige, das sich sicher zuordnen lässt – und selbst das ist nur ein heimlicher Schnappschuss. Sollten plötzlich neue Bilder auftauchen, wären wir zunächst sehr skeptisch. Entscheidend wäre der Abgleich mit dem bekannten Kontext: Ist der Ort identifizierbar? Passen Jahreszeit, Schattenwurf und Wetter? Gibt es Gebäude im Hintergrund, die damals schon so aussahen? Ein einzelnes Bild reicht heute nicht mehr als Beweis. Erst im Zusammenspiel mit anderen Quellen wird daraus ein belastbarer historischer Befund. Deshalb arbeiten Archive langsam: Gewissheit braucht Zeit.”

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