Bibliotheksbücher und Corona

Im Blog der Forschungsbibliothek Gotha gibt es einen guten Überblick zum gegenwärtigen Wissensstand bezüglich Bibliotheksbüchern und Corona von Restauratorin Rebekka Hartmann:

„Können über benutzte Bücher Viren übertragen werden? Muss ich ein geliehenes Buch erst gründlich desinfizieren, bevor ich mich ganz dem Lesevergnügen hingeben kann?

Zunächst einmal die Entwarnung: Die Ansteckung über trockene Oberflächen ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sehr unwahrscheinlich. Die Gefahr der Ansteckung liegt eher in der Übergabesituation, bei der daher auf direkten Körperkontakt und große Nähe verzichtet werden sollte.

Das Virus selbst kann auf Kunststoffoberflächen bis zu 72 Stunden überleben, auf Papier und Karton nur etwa 24 Stunden. Wer also ganz sicher gehen will, nimmt das Buch entgegen, legt es beiseite und wäscht sich danach gründlich die Hände. Bei unbeschichteten Einbänden, kann bereits am nächsten Tag bedenkenlos geschmökert werden, beschichtete Einbände sind nach drei Tagen definitiv virenfrei. Auch eine Übertragung über die gedruckten Medien der Forschungsbibliothek Gotha wird auf diese Weise ausgeschlossen.

Auf desinfizierende Maßnahmen kann und sollte im Sinne des Buches verzichtet werden, da Desinfektionsmittel Oberflächen angreifen und beschädigen können. Eine Desinfektion historischer Objekte wäre aus konservatorischer Sicht ohnehin keine Option, da kurz- und langfristige Wechselwirkungen der aggressiven Inhaltsstoffe des Desinfektionsmittels mit den empfindlichen historischen Materialien nicht ausgeschlossen werden können.“

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