Deutschlands älteste Videothek

Im Stern gibt es unter dem Titel „Filmriss“ einen Artikel über Deutschlands älteste Videothek in Kassel (bis jetzt nicht online, via Blendle). Die ARD hat vor einem Jahr bereits einen siebenminütigen Beitrag über den Videoverleih von Eckhard Baum gebracht, der nach wie vor in der ARD-Mediathek online ist:

„1991, als die Ostdeutschen einen so ungeheuren Nachholbedarf an Traumwelten hatten, dass in jedem Kaffgleich zwei Läden aufmachten, da gab es über 9000 Videotheken. 2001 waren es noch 4564. Und die Zahlen auf Weinrichs Aufstellung gehen weiter rasant nach unten. 2015 zählt sie noch 1212 Videotheken. In den Neunzigern kamen noch zehn Millionen Kunden im Jahr, zuletzt waren es noch gut vier Millionen. Im ersten Quartal 2016 verloren die Videotheken noch einmal neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig gewannen die digitalen Leihangebote neun Prozent. (…)

Sein Angebot von anfangs 100 Titeln erweiterte er stetig. Das ging ganz einfach: Er filmte Unterhaltsames aus dem Fernsehen ab und stellte es in sein Verleihregal. Zwölf Mark nahm er pro Filmrolle Verleihgebühr, die meisten Filme füllten gleich drei Rollen, das schreckte die Nomaden in der Unterhaltungswüste nicht. „Ich war wohl nicht nur der erste Videothekenbetreiber, sondern auch der erste Raubkopierer“, sagt Baum. „Natürlich gab es damals schon Urheberrechte, aber worum es dabei genau ging, wusste keiner so richtig. Ich erfuhr es dann, als die ARD mich aufforderte, damit aufzuhören.“ Von nun an ging Ecki Baum völlig legal mit der Technik. Er machte alles mit, egal, ob Super 8, VCR Longplay, Betamax, Video 2000, Bildplatte, VHS oder DVD.“

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