Bildung überdenken

Alois Hundertpfund und Werner Hartmann machen sie sich Gedanken, was generative Machine-Learning-Systeme (“KI”) für die Sekundarstufe II bedeutet, unter dem Titel “Bildung überdenken” (via Beat Doebeli Honegger auf LinkedIn):

“Die Schule der Zukunft wird nicht primär Stoff vermitteln, sondern Menschen befähigen, in einer unübersichtlichen Welt urteilsfähig zu bleiben, Entscheidungen begründet zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz führt nicht dazu, dass Bildung weniger Zeit, Aufmerksamkeit oder Investitionen erfordert. Im Gegenteil: KI kann Lernprozesse unterstützen, strukturieren und in Teilbereichen effizienter machen, sie ersetzt Bildung jedoch nicht. Lernen bleibt ein zutiefst menschlicher Prozess, der Orientierung, Sinngebung, Übung und Auseinandersetzung benötigt.

Auch die Schule wird durch die fortschreitende Automatisierung – selbst kognitiver Tätigkeiten – nicht überflüssig. Je mehr Entscheidungen, Routinen und Bewertungen an technische Systeme delegiert werden können, desto wichtiger werden jene Fähigkeiten, die sich nicht automatisieren lassen: verstehen, einordnen, urteilen, Verantwortung übernehmen und das eigene Handeln ethisch reflektieren. Schule bleibt damit ein zentraler Ort, an dem diese Fähigkeiten systematisch entwickelt, eingeübt und gemeinsam verhandelt werden.

KI verändert Bildung grundlegend – aber nicht, indem sie sie ersetzt, sondern indem sie ihren eigentlichen Kern umso deutlicher sichtbar macht: die Befähigung des Menschen zur mündigen Teilhabe an einer komplexen, technisch geprägten Welt.”

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