Den Leuten reicht die Wikipedia

Jürgen Fenn schreibt unter dem Titel „Früheres Ende beim Brockhaus?“ über die vergebliche Suche nach dem Brockhaus auf der Frankfurter Buchmesse:

„Ich laufe in die andere Richtung zurück – und erblicke an einem etwas verlorenen kleinen Stand das Logo von Wissen media. Zwei Mitarbeiterinnen sind dort noch tätig. „Ja, das ist der Rest von Brockhaus und Wahrig, mehr gibt es nicht mehr. Es wird nicht mehr geworben.“ Lizenzverhandlungen liefen, aber die „A-Z-Ware“ sei kaum zu verkaufen. Ob sie unter freier Lizenz freigegeben werden könnte? Das würde, wenn überhaupt, von anderen im Verlag entschieden, dazu könne man nichts sagen. Die Mitarbeiter seien noch nicht alle gekündigt, es gebe noch welche, aber alles befindet sich schon in Abwicklung. Im Regal ganz hinten in der Ecke liegt noch der „Brockhaus in einem Band“, und es gibt auch noch ein paar Exemplare des „Verlagsprogramms Herbst/Winter 2014“, es hat 36 Seiten. Ob ich es mir mitnehmen dürfe? Verkehrte Welt: Während ich an allen Ständen mit Werbematerial und Visitenkarten geradezu vollgesteckt worden bin, muß ich mir das Prospekt – als erklärter Fan – hier selbst holen. Ja, letztes Jahr habe man noch einen eigenen Stand in der großen Halle drüben gehabt. Den Leuten reiche heute eben die Wikipedia.

Zwei große Traditionsmarken – Brockhaus und Wahrig – verschwinden sang- und klanglos vom Markt.“

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