„Der Eckenknick oder wie die Bibliotheken sich an den Büchern versündigen“

In der heutigen NZZ am Sonntag wird unter dem Titel „EDV-Salat statt Säurefrass“ die deutsche Übersetzung von „Double fold. Libraries and the assault on paper“ von Nicholson Baker besprochen.
Baker ist überzeugt davon, dass das bedruckte Papier als Speichermedium allen digitalen Lösungen langfristig überlegen sei. Digitalisierungen würden nicht zuletzt nur darum gemacht, weil dafür Fördergelder erhältlich seien, die für normale Archivierung nicht zu bekommen seien.

Kommentare
Roger – http://roger.kaywa.ch
2005-11-27 21:02:39

Habe den Artikel auch gelesen. Zwei Bemerkungen dazu:

1) Es ist wahr, dass das Buch zurzeit dem elektronischen Speichermedium bezüglich Haltbarkeit noch überlegen ist.
Das ist meiner Meinung nach aber auch historisch bedingt – das Buch gibts schon eine ganze Weile – und auch nicht ganz wahr. Man vergisst leicht, dass heute z.B. kaum mehr jemand Fraktur lesen kann und dass deshalb auch Bücher immer wieder neu gedruckt werden müssen. Zweitens haben wir noch kein universales Format ausser XHTML gefunden, dass von allen gelesen werden kann. Es gibt aber Bestrebungen, dies zu ändern (Open Office, XML, XHTML). Natürlich ginge das vor allem auf Kosten von Microsoft, weshalb da mit einem gewissen Widerstand zu rechnen ist.
Letzte Bemerkung: Der Platz, den Bücher einnehmen ist einfach gewaltig. Da die Bücherproduktion ja nicht abnimmt, ganz im Gegenteil, und heute Kopien automatisch an die Bibliotheken gehen, wird das physisch vorhandene Buch langsam aber sicher zu einem Archivierungsproblem und noch vielmehr zu einem Platzproblem.

2) Wäre es so, dass Digitalisieren schick ist und dafür viel Gelder zur Verfügung stehen, bräuchte es wohl kaum Google, um die Bibliotheken auf Kosten von Google zu digitalisieren.

(werde es auch noch bei mir publizieren, vorraussichtlich mit gewissen Anpassungen)

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