Die skandalösen Umstände von «Les Misérables»

Arte zeigt in der Reihe «Das Abenteuer der Manuskripte» auf Youtube «Die skandalösen Umstände von «Les Misérables»» (via Doku-Liebe):

«Victor Hugos Werk „Les Misérables“ entstand unter skandalösen Umständen. Am 5. Juli 1845 wurde der Schriftsteller beim Ehebruch erwischt, woraufhin er sich in sein Haus zurückzog bis der Eklat in Vergessenheit geraten war. Für sein Schreiben war diese Isolation allerdings förderlich: Er begann den Roman „Jean Tréjean“, den er später zunächst in „Les Misères“ und schließlich in „Les Misérables“ umbenannte. So entstanden die berühmten Figuren Cosette, Gavroche, Jean Valjean sowie der grauenhafte Thénardier.Aufgrund der Februarrevolution 1848 unterbrach Hugo seine Arbeit am Manuskript. Drei Jahre später kam es zum Staatsstreich durch Louis Napoléon Bonaparte. Da Victor Hugo diesen als „den Kleinen“ betitelt hatte, musste er nach Brüssel ins Exil fliehen. Obwohl ihm seine Geliebte Juliette Drouet den Koffer mit den Manuskripten brachte, nahm Hugo die Arbeit an dem umfangreichen Werk erst 1860 wieder auf.In der Zwischenzeit hatte sich nicht nur die Romanidee, sondern auch Hugos Verständnis für sozialkritische Probleme verändert: Er wollte das Leid des Volkes aufzeigen und auf diese Weise seine republikanischen Überzeugungen verdeutlichen. „Les Misérables“ erschien im Frühjahr 1862. Das Werk wurde in drei Bänden, verteilt auf drei Monate, zeitgleich in Belgien und Frankreich veröffentlicht, um einer französischen Zensur zu entgehen. Innerhalb kürzester Zeit erlangte es großen Erfolg.Als Victor Hugo 1885 verstarb, wurde ein nationales Begräbnis mit mehr als zwei Millionen Menschen veranstaltet. Er war der erste namhafte Schriftsteller, der seine Manuskripte der Französischen Nationalbibliothek in Paris vermachte.»

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