Erhöhte Skepsis auch gegenüber zuverlässigen Quellen

Initiativen zur Bekämpfung von sogenannten «Fake News» wie Faktenchecks oder Medienkompetenz-Programme erhöhen zwar das Misstrauen gegenüber Falschinformationen. Sie mindern aber auch das Vertrauen in eine faktenbasierte, korrekte Berichterstattung. Dies zeigt ein von der UZH geleitetes Forschungsteam mit einer Serie von Umfrageexperimenten in Polen, Hongkong und den USA (via news.uzh.ch):

««Der öffentliche Diskurs über Fake News steigert nicht nur die erwünschte Skepsis gegenüber Falschinformationen, sondern untergräbt auch das Vertrauen in zuverlässige Nachrichtenquellen. Diese spielen in funktionierenden Demokratien jedoch eine zentrale Rolle», resümiert Erstautorin Emma Hoes. Die potenziellen Vorteile, die sich aus den Massnahmen gegen Falschinformationen ergeben, müssen laut der UZH-Politologin sorgfältig gegen die Nachteile einer generellen Skepsis abgewogen werden: «Denn gerade in westlichen demokratischen Gesellschaften sind zuverlässige, faktenbasierte Nachrichten zum Glück immer noch wesentlich häufiger als Falschinformationen.»

Hoes und ihre Forschungskolleg:innen plädieren deshalb dafür, den Umgang mit Fehlinformationen tiefgreifend zu überarbeiten und differenzierte Strategien zu entwickeln. «Ziel ist es, die Öffentlichkeit darin zu schulen, Falschinformationen mit kritischem Blick zu erkennen, und zugleich das Vertrauen in Medien, die der Wahrhaftigkeit verpflichtet sind, zu erhalten.»»

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