Schattenbibliotheken

Die Bachelorarbeit von Sarah Müller (2019) befasst sich mit dem Thema „Schattenbibliotheken – Auswirkungen auf Forschung und Bibliotheken am Beispiel von Sci-Hub“ online (via bibtexte):

„Schattenbibliotheken wie Sci-Hub und Library Genesis bieten Zugriff auf wissenschaftliche Volltexte aus nahezu allen akademischen Disziplinen. Sie agieren rechtswidrig, in dem sie die Bezahlschranken der Verlage umgehen und Dokumente in ihren eigenen Datenbanken speichern. Sie können als eine der Auswirkungen auf die „Zeitschriftenkrise“ der letzten Jahrzehnte gesehen werden. Diese Bachelorarbeit befasst sich in Form einer Literaturrecherche mit diesem noch relativ jungen Phänomen und setzt einen besonderen Fokus auf Sci-Hub, als der meist genutzten Schattenbibliothek mit der breitesten Abdeckungsrate wissenschaftlicher Literatur. Es zeigt sich, dass Schattenbibliotheken sowohl von Wissenschaftlern und Studenten aus wirtschaftlich schwächeren Regionen der Erde als auch aus eigentlich lizenzstarken Ländern mit hoher Verfügbarkeit wissenschaftlicher Literatur genutzt werden. Bibliotheken sind als Bindeglied zwischen den Wissenschaftsverlagen und den Nutzern besonders von den Auswirkungen der Schattenbibliotheken betroffen. Während sie auf der einen Seite von einer besseren Verhandlungsposition gegenüber Verlagen profitieren könnten, müssen sie auf der anderen Seite mit den illegalen Datenbanken konkurrieren. Statt sich auf eine rein ethische Herangehensweise einzulassen oder Schattenbibliotheken zu einem Tabu-Thema werden zu lassen, sollten sie sich auf ihre Stärken konzentrieren. Eine klare und offene interne und externe Kommunikation über Sci-Hub und Co. ist dabei ebenso von Bedeutung, wie das Vorantreiben der Open-Access-Bewegung sowie eine Orientierung hin zu personalisierten Nutzerdiensten und der Vermittlung von Informationskompetenz.“

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1 Response to Schattenbibliotheken

  1. Gus L. sagt:

    Die Diskussion geht komplett fehl. Es wird disktuiert, was illegal und was legal ist. Legal und illegal sind Konstrukte von Staaten, nicht von der Wissenschaft. Diskutiert werden müsste, was richtig und was falsch ist. Methodischer Fehler, wie in über 90 % aller wissenschaftlichen Arbeiten.

    Ist es richtig, dass immens hohe Preise für Zugriff auf wissenschaftliche Ergebnisse bezahlt werden müssen, obwohl diese normalerweise aus von uns gestohlenem Geld, vulgo Steuern, finanziert sind? Natürlich nicht.

    Ist es richtig, dass Gatekeeper, wie Bibliotheken, die Identifizierung, Mitgliedschaft, dadurch Verfolgbarkeit was man ausgeliehen oder eingesehen hat, auch noch Geld für Kopien, verlangen? Natürlich nicht.

    Ist es richtig, dass wir auf diese Forschungsdaten, die wir unter Zwang bezahlt haben, die ergo unser Eigentum sind, ohne Vorraussetzungen zugreifen können? Natürlich.

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