Schulmediothekarisches Notstandsgebiet

In der Süddeutschen Zeitung vom 4.10.2015 wird unter dem Titel „Ein Königreich für ein Buch“ das bestens ausgebaute Bibliothekswesen Dänemarks mit demjenigen von Deutschland verglichen. Dabei sind auch die (fehlenden) Schulbibliotheken Deutschlands ein Thema:

„Trotz des Schocks der Pisa-Studie, bei dem auch das Mittelmaß der jungen Lese-Nation publik wurde, trotz aller Bekenntnisse zu besserer Förderung: bei Schulbüchereien ist die Bundesrepublik laut Deutschem Bibliotheksverband „Notstandsgebiet“. Von gut 50 000 Schulen verfügten nur etwas mehr als 15 Prozent über eine „fachlichen Standards entsprechende Bibliothek“. Die häufig anzutreffenden, oft räumlich verteilten Büchereien könnten das „Leistungsspektrum einer Schulbibliothek“ nicht erfüllen. Da werden selbst Stapel alter Schinken Bibliothek genannt. Der Verband fordert Schulmediotheken, über Bücher hinausgehend. Ursache für die Defizite: Das Fehlen verbindlicher Organisationsstrukturen in Bund, Ländern und Kommunen; und damit von Zuständigkeiten, gerade wenn es ums Geld geht. An Ganztagsschulen, die boomen und im Idealfall ein Lern- und Lebensort für Schüler sind, müssten gute Mediotheken Standard sein – etwa für das eigenständige Lernen.“

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