Weniger Tintenkleckse in den Schulheften mit Sütterlin

SWR2 Zeitwort vom 1.7.2020 erinnert: „8.7.1915: Preußische Schulen führen die Sütterlin-Schrift ein“ (via Stadtarchiv Koblenz):

„“Die meisten Leute verwechseln Sütterlin mit der deutschen Kurrentschrift, also mit der Schrift, die man nicht lesen kann, weil da einige Buchstaben eben ganz anders sind als in der heutigen gebräuchlichen Schrift, nämlich der Lateinischen.“

Ulrich von Bülow, vom Deutschen Literaturarchiv Marbach erlebt es oft, dass Besucher beim Anblick einer alten Handschrift „Sütterlin“ rufen, obwohl sie gar nicht in Sütterlinschrift verfasst sein kann. Die wurde nämlich erst am 8. Juli 1915 an Preußischen Schulen eingeführt als Schreib-Lern-Schrift. Entworfen von Ludwig Sütterlin aus Lahr im Schwarzwald, einem Graphiker und Pädagogen. …mit dem wichtigsten Zweck: Weniger Tintenkleckse in den Schulheften. Goethe und Schiller hatten ihre genialen Striche mit Federkielen in Kurrentschrift aufs Papier geworfen, hauchdünn im Aufstrich, gewichtig und breit im Abstrich. Der Federkiel war aber inzwischen von Stahlfedern verdrängt worden. An denen manche Schülerhand verkrampfte, erklärt die Leiterin der Handschriftensammlung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, Kerstin Losert.“

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