Aktion gegen Schund in Brugg (1965)

Der Archivar von SRF weist unter dem Titel „Vor 55 Jahren: «Schund gehört verbrannt!»“ auf einen Antenne-Fernsehbeitrag von 24.5.1965 hin zum Thema „Aktion gegen Schund“ in Brugg hin (via Giovanni Peduto auf Twitter):

„Ein VW-Bus fährt durchs Aargauische, auf dessen Dach Megaphone. Endlose Durchsagen: «Wildwest-Heftli, deutsche Illustrierte, Pornografisches» sollen zur Sammelstelle gebracht werden. Später werde der Schund verbrannt.

«Lassie», «Mickey Maus», «Paris Match», «Quick» aber auch «Der Werkmeister», eine unbedenkliche Handwerkerzeitschrift, werden abgegeben.

Initiant der Aktion ist der Badener Gewerbeschullehrer Hans Keller. Der begeistert Jugendliche für mehr geistige Reinheit. Was die unter Schund verstehen, ist nicht immer herauszubekommen. Einer meint, die «Defination» (nein, das ist kein Schreibfehler) habe ihnen Lehrer Keller gegeben, man möge den doch fragen.

An einem Samstag dann, bei Nacht, ein Fackelzug: Der Erziehungsdirektor spricht zur Heftliverbrennung – eine gespenstische Szenerie.“

Als Gegenbewegung wurde bereits am 1. Juli 1931 das Schweizerische Jugendschriftenwerk gegründet.

Zum Thema „Bücherverbrennung: Der Kreuzzug der Bibliotheken gegen Comics“ hat sich Giovanni Peduto 2016 auf Deutschland und die USA konzentriert.

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