Deutsche Lehnwörter

Die Welt gibt im Artikel «Wohin wir auch reisen – Deutsch ist schon da» einen Über­blick über deutsche Lehnwörter in anderen Sprachen:

«Im Russischen sind, wie Stiberc gezählt hat, noch 450 deutsche Lehnwörter im alltäglichen Gebrauch. Die vielleicht schönsten sind der parikmacher (Friseur, von Perückenmacher) und das buterbrod, das im Russischen allerdings jede Art von belegter Schnitte bezeichnet, Butter ist nicht dazu notwendig.

Besonders kurios ist, dass im Russischen das deutsche Wort brandmauer jene spezielle Computerschutzmaßnahme bezeichnen kann, die wir Firewall nennen. Wir haben es hier mit dem nicht seltenen Phänomen zu tun, dass andere Sprachen einen Germanismus nutzen, wo wir uns für einen Anglizismus entschieden haben. (…)

Zum anderen sind viele Wörter auf dem Umweg über das Jiddische, die Lingua franca der osteuropäischen Juden, (ins Englische) importiert worden. Dort haben sie sich in den Umgangssprachen New Yorks und anderer Großstädte eingenistet. Da in den Großstädten meist auch die Medien sitzen, sind Sätze, wie sie die «New York Times» über den Adam-Sandler-Film «Urlaubsreif» («Blended») schrieb, nicht so selten: «In ‹Blended›, Adam Sandler once again proclaims himself both über-doofus and ultimate mensch.»

Drei deutsche Wörter in einem Satz! Neben Mensch, das im Jiddischen und längst auch im Amerikanischen einen moralisch einwandfreien Menschen bezeichnet, und dem wohl auf doof zurückgehende doofus ist auch noch über vertreten, das seit den Achtzigern als Steigerungsvorsilbe in Zusammensetzungen wie über-guitar, über-model oder über-tasty im ganzen angelsächsischen Raum bis hin nach Südafrika zum Modewort geworden ist.»

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