E-Book-Ausleihen in Bibliotheken

Wie wirkt sich der Verleih von E-Books durch Bibliotheken auf die E-Book-Verkäufe der Verlage aus? Zuletzt sollte eine gemeinsame Marktstudie für Klarheit sorgen (via oebib.wordpress.com bzw. Buchreport):

„Bisher stagnierten die E-Book-Verkäufe, eine Entwicklung, die in Verlegerkreisen mit dem Steigen der E-Book-Leihkurve in Zusammenhang gebracht wird (s. buchreport.express 27/2015). Nach aktuellen Zahlen der Divibib, dem digitalen Portal der Bibliotheken, haben die E-Leihen im vergangenen Jahr um ein Drittel zugelegt. Die Entwicklung hat allerdings trotz eines wachsenden Pools teilnehmender Bibliotheken etwas an Dynamik verloren. Immerhin: 2015 wurden gut 17,5 Mio Onleihen von Hörbüchern und E-Books vorgenommen, im Vorjahr waren es rund 13 Mio.

Die Verlage wünschen sich jedoch detailliertere Zahlen zu den E-Book-Ausleihen, vor allem angesichts des Entwurfs zum neuen Urhebervertragsrecht: „Der sieht eine strengere Verpflichtung zur nutzungsabhängigen Honorierung vor“, erklärt Matthias Ulmer, Vorsitzender des Verleger-Ausschusses im Börsenverein.“

Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbandes (DBV), erklärt im buchreport-Gespräch, warum die Bibliotheken weiter an einer Pauschalvergütung festhalten wollen (via Buchreport):

„Ich bin da eher skeptisch, was weitere nutzungsabhängige Komponenten bei der Lizenzierung von E-Books für Bibliotheken angeht. Wir haben ja jetzt schon die Situation, dass es sogenannte „Staffellizenzen“ gibt, über die geregelt ist, wie viele parallele Zugriffe auf ein E-Book möglich sind. Für die Bibliotheken ist wichtig, dass der Aufwand nicht ausufert – und dass Konditionen kalkulierbar bleiben. Der Deutsche Bibliotheksverband hat schon vor längerer Zeit vorgeschlagen, eine weitere nutzungsbezogene Komponente in die Vergütung einzuführen, indem die sogenannte „Bibliothekstantieme“ auf den Verleih von E-Books erweitert wird. Das würde insbesondere Autorinnen und Autoren zugutekommen.“

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