Erste öffentliche Bibliothek der Welt

Biblioteca_malatestiana,_ingresso,_elefante_malatestiano_nel_timpano_02Tympanon über dem Bibliotheks-Eingang mit dem Elefanten als Emblem und dem Motto von Domenico Malatesta (1417 – 1468): Elephas indus culices non timet («Der indische Elefant fürchtet die Mücken nicht») Foto: Sailko – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Die Süddeutsche Zeitung schreibt unter dem Titel «Im Zeichen des Elefanten» anlässlich einer Ausstellung über die Biblioteca Matatestiana in Cesena (Emilia-Romagna):

«Die Piazza del Popolo in Cesena hat ein Gegenüber. Es ist die Biblioteca Malatestiana, die erste öffentliche Bibliothek der Welt, eröffnet im Jahr 1452. Während Johannes Gutenberg in Mainz die Herstellung von Büchern mechanisierte, ließ Domenico Malatesta (später Malatesta Novello genannt), der Herr der Stadt und eine Kapazität in der Niederschlagung von Aufständen, den kopierten, handgeschriebenen Büchern einen unvergleichlichen Saal errichten – wohl unterrichtet von den technischen Neuerungen, aber sich ihnen entschlossen widersetzend. In zwei Blöcken erstrecken sich die Pulte über eine Länge von über hundert Metern, rechts die theologischen, links die weltlichen Werke, wobei die Bücher jeweils unter dem jeweiligen Pult verwahrt werden, liegend und mit einer Kette an das Holz gebunden, so dass niemand die kostbaren Werke mit nach Hause nehmen konnte. Im Kern unangetastet, doch unendlich oft gebraucht liegt diese Bibliothek mitsamt ihren Büchern seit weit über fünfhundert Jahren da, eine Piazza auch sie und eine gebrochene Schönheit, wenngleich eine, die man nur schweigend durchzieht. Das Wappentier des Malatesta Novello war übrigens der Elefant.»

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