Papierfischchen

Die Zeit berichtet unter dem Titel „Die Papierfresser kommen“ über Papierfischchen:

„Ein Überfall von Papierfischchen kann tatsächlich zu großen Schäden führen: Da sie es trocken und warm mögen, finden sie ideale Bedingungen in Museen und Sammlungen. (…)

Denn während Silber- und Ofenfischchen als Lästlinge gelten, ist das Papierfischchen als ausgemachter Schädling gefürchtet. (…)

Gelegentlich hört man auch in Österreich oder der Schweiz von vereinzeltem Auftreten. (…)

Allerdings: Seit spätestens 2013 breitet sich unter den von Berufs wegen Betroffenen wie Archivaren, Museumsbetreibern und Betreuern von Sammlungen Unruhe aus. (…)

Papierfischchen, die sich bei 24 Grad Celsius und einer mäßig trockenen Luft wohlfühlen, die Zellulose verdauen können, sich über altes Papier, Karton und Stärkereste in Textilien freuen – die sind besonders in Häusern hochzufrieden. Zudem sind sie bescheiden: Mit einem Papierschnipsel überleben sie Jahre; das bisschen Feuchtigkeit, das sie brauchen, holen sie sich – mit dem Anus – aus der Luft. Und wenn Nahrung knapp ist, darf eine Nulldiät Hunderte von Tagen andauern. Das einzelne Exemplar wird acht und mehr Jahre alt. (…)

Am besten, man zieht auf eigene Faust los und sucht. So erbrachte schon eine halbstündige Visite in einem Gymnasium in der Nähe von Düsseldorf, in Räumen voller Lehrmittel und geografischer Druckwerke, eine kleine Schachtel voller Papierfischchen und eine weitere voller alter, abgeworfener Häute. Und das, obwohl der Hausmeister soeben erst einen Kammerjäger hatte kommen lassen. Der hatte mal nach den „Silberfischchen“ schauen sollen.

Das war natürlich der falsche Gegner.“

Update vom 20.3.2017, MDR Wissen: „Bibliotheken fürchten Papierfischchen

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