Problematisches „YouNow“

Im Heise-Artikel „YouNow: Online-Striptease im Kinderzimmer“ vom 4.2.2015 wird beschrieben, was am zunehmend populärer werdenen Social Media-Kanal „YouNow“ problematisch ist:

„YouNow war 2011 eigentlich als Promotionsplattform für Musiker und andere Kreative online gegangen. Im Gegensatz zu YouTube sind hier alle Videos ungeschnittene Live-Aufführungen. Über ein Chatfenster kommunizieren die Streamenden mit ihren Zuschauern, die ihre Lieblingskanäle nach oben wählen können. Doch gerade in den vergangenen Wochen entwickelt sich die Plattform zur Experimentierbörse für Sechst- und Siebtklässler, die ihren Drang auf Selbstdarstellung erstmals online ausleben. (…)

Tag und Nacht findet man auf der Plattform seitdem Jugendliche, die bevorzugt aus ihrem Kinderzimmer senden und erzählen, was sie beschäftigt oder einfach Fragen aus dem Chat beantworten. Teilweise streamen Schüler sogar direkt aus dem Klassenzimmer. Die Plattform bemüht sich das Streaming möglichst einfach zu gestalten – einloggen kann man sich mit dem Facebook-Account, das Streaming startet man einfach in der App. (…)

So berichtet Steppich, dass er in einer halben Stunde von vielen Jugendlichen Wohnort, die Schule oder Turnvereine der Jugendlichen erfahren habe. (…)

Selbst wer auf YouNow ein Pseudonym nutze, sei über verknüpfte Facebook- oder Instagram-Accounts oft problemlos identifizierbar. (…)

Tobias Röttger, Rechtsanwalt bei der Kanzlei GGR Rechtsanwälte, weist noch auf zwei weitere Probleme hin, die sich aus der Nutzung von YouNow ergeben können. So seien bei Übertragungen aus dem Klassenzimmer oft auch Mitschüler und Lehrer im Bild, deren Persönlichkeitsrechte durch das Streaming verletzt werden können. Ferner können Kinder gegen das Urheberrecht verstoßen, wenn sie urheberrechtlich geschützte Musik in ihrem Streams einbauen – auch wenn die Musik nur im Hintergrund läuft.“

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