Quastenflosser der Literaturgeschichte

   

Die Welt bespricht unter dem Titel „Die ältesten Romane der Welt – jetzt auf Deutsch“ zwei der „vier wundersamen Bücher“ Chinas (die ältesten Romane der Welt), die jetzt zum ersten Mal auf Deutsch vorliegen:

„Es ist, als wäre das Nibelungenlied in Gestalt von Tolkiens „Herr der Ringe“ auf uns gekommen; „Game of Thrones“ ist Kindergarten dagegen. (…)

„Ja“, sagt Eva Schestag, die sechs Jahre lang früh aufgestanden und spät schlafen gegangen ist, um die fast zweitausend Seiten zu übersetzen, „vielleicht ist das Sanguozhi yanyi, wie ‚Die Drei Reiche‘ auf Chinesisch heißt, der erste Prosa-Roman der Literaturgeschichte.“ Mit einiger Wahrscheinlichkeit wurde er noch vor dem Jahr 1400 verfasst. (…)

In beiden Fällen haben die Verlage kein Risiko gescheut. Reclam hat allein für die erste Auflage der „Reise nach Westen“ – einen anderthalb Kilo schweren, über 1300 Seiten starken Band – 80.000 Euro investiert. Hans Jürgen Balmes nennt die „Drei Reiche“ „im Verhältnis zu unseren normalen Bauvorhaben in Form von Häusern eine Konzerthalle“.

Das Ergebnis ist weder in Geld, Gold noch Jade aufzuwiegen: Auf einmal kann man gleich zwei jener vier großen Romane in neuer deutscher Übersetzung lesen, die die chinesische Literaturgeschichte die „vier wundersamen Bücher“ nennt. Das Sanguozhi yanyi („Die drei Reiche“), das Shuihu zhuan („Bericht aus den Sumpfgebieten“), das Xiyou ji („Die Reise in den Westen“) und das Jin Ping Mei („Pflaumenblüten in einer goldenen Vase“) sind fest in Chinas kollektivem Gedächtnis verankert.

Sie sind Klassiker der Weltliteratur, nur dass weite Teile der Welt noch nie von ihnen gehört haben.“

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