Als Mediothek erhalten wir jeweils die Schweizerische Studentenzeitung (SSZ) gratis zugeschickt. Kürzlich haben sich einige Schülerinnen und Schüler über die (rechtsgerichteten) Artikel darin gewundert. Deshalb die Frage: legt ihr diese Zeitschrift auf oder wandert sie direkt ins Altpapier? Auf Swissdox ist in einem Artikel in der Solothurner Zeitung vom 27.2.2001 zu lesen:
“Empfohlen hatte sich Rutz für seinen Auftritt mit einem Kommentar Ende 1993 in der «Schweizerischen Akademiker- und Studentenzeitung» (ssz), in dem er das Gesetz als unsinnig ablehnte. Verleger des Kampfblatts der rechtsgerichteten Studentenschaft ist der Aargauer Herbert Meier, der mit seinem Komitee «für Freiheit im Reden und Denken» dem Referendum gegen das ARG zum Durchbruch verhalf.”
In des Fachzeitschrift des AMIV an der ETH Zürich vom Mai 2015 heisst es dazu:
“Dass in der ganze Ausgabe kein einziger Artikel von einem Studenten geschrieben wurde, ist beinahe überflüssig zu erwähnen. Was sollten wir nun am besten dagegen tun, dass ein evangelikales SVP-Propagandablatt in der ETH ausgelegt wird?
Gar nichts. Zum einen ist die SSZ mindestens so unterhaltsam wie die Kommentare unter den Online-Artikeln von 20-Minuten, zum anderen wäre es ein unvergleichbares Armutszeugnis, wenn man Studenten an der ETH nicht zumuten könnte, ein Propagandablatt von einer anständigen Zeitung zu unterscheiden.”
Lieber Christoph
Bei uns landet dieses Blatt immer sofort im Papierkorb!
Lieben Gruss
Ömer
Bei uns auch Altpapier!
Wenn man den anderen verstehen will, muss man wissen wie er denkt. Deshalb lese ich die Schweizerische Studentenzeitung (SSZ), oder blättere sie zumindest durch, obwohl ich politisch allermeistens andere Ansichtn habe. Früher (vor >100 Jahren) waren alle Zeitungen politisch. Deshalb wurden Lesegesellschaften gegründet in Bibliotheken Lesesäle eingerichtet, wo man verschiedene Zeitungen lesen konnte und anhand der verschiedenen Ansichten sich eine eigen Meinung bilden. Noch bis Mitte der 1970er-Jahre gab es z.B. in der Stadt Zürich neben dem “unabhängigen” Tagi vier politische Tageszeitungen, die einer Partei nahe standen: Volksrecht (sp.), Neue Zürcher Zeitung (fdp.), Neue Zürcher Nachrichten (csp.), Die Tat (ldu.). Heute gibt es noch zwei (TA, NZZ). In den meisten anderen Regionen wurden aus drei-vier Zeitungen eine einzige (Luzern: Tagblatt (fdp.), Vaterland (cvp.), Freie Innerschweiz (sp.), LNN -> “neutrale” Luzerner Zeitung; St. Gallen: Tagblatt (fdp.), Ostschweiz (cvp.), Arbeiterzeitung (sp.) -> Tagblatt, ebenso in Basel, Olten, Aarau, Solothurn, Bern, Chur, Bülach, etc. etc.) Ob das der Meinungsvielfalt förderlich ist?
Zurück zur Schweizerischen Studentenzeitung: Ist es Aufgabe öffentlicher Bibliotheken, Publikationen zu zensieren, die vieleicht einseitig aber völlig legal sind? Ausserdem druckt die SSZ neben den durchaus eher einseitigen politischen Kommentaren allerlei interessante Artikel ab, die man in anderen Medien eher wenig findet, z.B. über bedrohte christliche Minderheiten, philosophische Fragen oder ‘vergessene’ Kriege.