Jugendwort des Jahres als Werbe-Trick

Bastian Brinkmann nennt in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Langenscheidt gönnt sich hart“ das Jugendwort des Jahres einen Marketing-Trick des Langenscheidt-Verlages:

„Das Jugendwort des Jahres ist nicht das Jugendwort des Jahres. Der Langenscheidt-Verlag hat an diesem Freitag wieder einen großen medialen Auftritt und ruft „Fly sein“ zum Jugendwort 2016 aus. Immer schwingt die Behauptung mit: Die Jugend benutzt dieses Wort, und zwar ständig. Jugendwort des Jahres eben. Dabei ist das Jugendwort des Jahres nur einer der größten Werbetricks Deutschlands. (…)

Langenscheidt verdient Geld damit, wenn Schüler, Eltern oder Lehrer die Wörterbücher des Verlags kaufen. Um diese Zielgruppe zu erreichen, ist das Jugendwort des Jahres ein PR-Coup. (…)

All das ist nicht schlimm. Jeder soll bitte so viele Witze machen, wie er will, gerade im Internet. Aber das Jugendwort des Jahres sollte umbenannt werden. Das Amerikanische kennt einen schönen Begriff für schlechte Wortspiele: Dad Jokes. Nur bekommt „Papawitz des Jahres“ nicht ganz so viel props.“

Das Sprachlog persifliert unter dem Titel „Jugend schützt vor Wortheit nicht„.

Matthias Heine widerspricht der Kritik als ehemaliges Jurymitglied im Welt-Artikel vom 13.11.2015 „So läuft es in der „Jugendwort des Jahres“-Jury

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