Medienforensik

Die Süddeutsche Zeitung berichtet unter dem Titel „Jede Kamera hat einen Fingerabdruck“ über Möglichkeiten, ein gefälschtes Video zu identifizieren. Anlass dazu ist die Debatte um das Varoufakis-Video (via Archivalia):

„Jakob Hasse ist Diplom-Informatiker und verantwortlich für die Kundenbetreuung bei der Firma „dence“ in Dresden, die auf einem Gebiet tätig ist, das es erst seit einigen Jahren gibt: der Medienforensik. Hasse und seine Kollegen überprüfen Bild-, Ton- und Videodateien professionell auf ihre Echtheit. Nach Angaben der Jauch-Produktionsfirma hat „dence“ das auch im Falle Varoufakis getan.* Im Gespräch erklärt Hasse, wie Experten Manipulationen aufspüren. (…)

Selbst wenn das zusätzliche Material äußerlich scheinbar perfekt ist, wenn also Perspektive, Belichtung und alle sonstigen Bedingungen identisch sind, lässt sich nachweisen, dass zwei Kameras verwendet wurden. Bei den Bildsensoren in den Kameras gibt es nämlich minimale, jeweils unterschiedliche Produktionsabweichungen. Das führt dazu, dass es in der Bilddatei fehlerhafte Pixel gibt, die entweder nicht den korrekten Farbwert oder nicht die korrekte Helligkeit aufweisen. Fotografen und Kameraleute nennen das „Rauschen“. Wie stark das Rauschen ist, hängt von der Qualität des Bildsensors und von der an der Kamera eingestellten Lichtempfindlichkeit ab. Was wir uns zunutze machen, ist die Tatsache, dass jede über ein spezifisches Sensor-Rauschmuster verfügt. (mehr)“

Laut der Firma „Dence“ ist das Video offenbar echt:

„Nach den Manipulationsvorwürfen gegenüber GÜNTHER JAUCH hatte die Redaktion von verschiedenen Medienexperten und Netzanalysten das Video analysieren lassen. Die Experten sind sich einig, dass Varoufakis Vorwurf der Fälschung nicht zutreffe. Die Netzanalysten der Firma „Dence“ schlossen am Dienstag eine umfangreiche Analyse des Materials mit dem Ergebnis ab, „dass keine Auffälligkeiten für eine Manipulation“ festzustellen seien.“

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