Literarisches Quartett

Gestern wurde im ZDF die erste Folge der Neuauflage des „Literarischen Quartetts“ ausgestrahlt (siehe auch Blog Digithek vom 27.5.2015). Die Sendung kann in der ZDF Mediathek angesehen werden.

Sophie Weigand hat dazu mit „Literaturkritiker auf dem Bolzplatz“ eine treffende Kritik geschrieben:

„Viel Zeit bleibt für die zu besprechenden vier Romane nicht. In fünfundvierzig Minuten werden vier verschiedene Bücher eilig durchgewunken. Jeder darf einmal nach Herzenslust ausholen und sich ereifern. Am Ende kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es nicht etwa um substantielle Kritik am Text und Diskussionskultur geht, sondern um ein möglichst telegenes Sprücheklopfen. Wer hat den härtesten Schlag und wessen Ellbogen sind ohne Wenn und Aber bereit, für den schwatzhaftesten Redner einen Diskussionsvorteil herauszuholen? Der eine will sich gar nicht überzeugen lassen, der andere zimmert sich seine Meinung bereits vor der Lektüre. Man möchte meinen, so manchem geht es weniger um die literarische Qualität als um den markigsten Auftritt. Mancherorts mag Literaturkritik die Selbstkritik ersetzen. Das aber ist nur eine Randerscheinung einer zu streng durchgetakteten Sendung, die sich kaum in relevanter Weise mit ihrem Gegenstand befassen kann.“

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