Vereinfachter Zugang zu Landkarten

Kartenportal

Mit dem unter der Leitung der Zentralbibliothek Zürich (ZB) entwickelten Kartenportal können Karten aus allen Weltgegenden in schweizerischen Bibliotheks- und Archivbeständen einfach gefunden werden. Auch Karten, die bisher aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Internet betrachtet werden können sind suchbar. Ihre Recherche erfolgte bisher über die verschiedenen traditionellen Bibliothekskataloge ‑ und war damit aufwändig und umständlich (via swiss-lib):

„Das Portal verfügt über eine einfach zu bedienende interaktive Kartensuche in Dutzenden von Kartensammlungen. Zu diesen gibt es ein separates Verzeichnis, die über die einzelnen Bestände und deren Benutzungsmöglichkeiten informiert. Dieses Verzeichnis verfügt über eine eigene grafische Rechercheoberfläche, die einen intuitiven Zugang zur sonst unübersichtlichen Sammlungslandschaft ermöglicht. Ein Blog bietet aktuelle Veranstaltungshinweise, spezifische Tipps für Sammler und Überraschendes aus der Welt der Karten – mit historischem und aktuellem Bezug.

Die interaktive Kartensuche wurde eigens für die Bedürfnisse der Schweizer Kartensammlungen entwickelt, und sie ist derzeit ein Vorbild für verschiedene ähnliche Projekte in Europa und Nordamerika. Man braucht lediglich den Ausschnitt und die Zoomstufe auf der Hintergrundkarte einzustellen, worauf die Software automatisch die passenden kartografischen Dokumente auflistet. Bei Bedarf können auch Filter für die Erscheinungszeit und den Massstab eingestellt werden. Zu jedem Dokument gibt es Detailinformationen, einen Direktlink zu den besitzenden Bibliotheken und wenn möglich ein Vorschaubild. Zurzeit sind Beschreibungen zu fast 350’000 Karten und Atlanten auffindbar.

Voraussetzung dafür ist die vorherige Erfassung der Bestände im Online-Katalog der Bibliotheken und Archive und die Anreicherung der Katalogdaten mit geografischen Koordinaten: Die geografische Ausdehnung jeder Karte wird koordinatenmässig bestimmt und in maschinenlesbarer Form im Katalog erfasst. Bildet man die Koordinaten wieder auf eine Hintergrundkarte ab, ergibt sich ein «Fussabdruck» des betreffenden Dokuments. Mit Hilfe eines eigens entwickelten Algorithmus werden in der Kartensuche die «Fussabdrücke» der Dokumente mit dem eingestellten Ausschnitt der Hintergrundkarte verglichen. Das am besten passende Dokument wird zuoberst in der Trefferliste und als rotes Rechteck auf der Hintergrundkarte angezeigt. Als Hintergundkarte der Kartensuche stehen wahlweise Google Maps, ein Satellitenbild oder OpenStreetMap zur Verfügung. Die Suchsoftware besteht fast ausschliesslich aus Open-Source-Komponenten und läuft in allen aktuellen Webbrowsern.

Die Kartenrecherche kann über eine integrierte Volltextsuche und mit einer Kombination verschiedener Filter zusätzlich verfeinert werden. Eine Pionierleistung ist auch die neu entwickelte, noch experimentelle Visualisierung von Übersichten ganzer Kartenserien (wie zum Beispiel der Schweizer Landeskarte). Die «Fussabdrücke» der einzelnen Kartenblätter werden dabei wie Kacheln über die Hintergrundkarte gelegt. Die schnell aufgebauten Blattübersichten werden durch Open-Source-Komponenten von Mapnik und Memcached ermöglicht.“

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